Symptome


Trockene Haut

Wenn die Haut sich trocken anfühlt, spannt, schuppt und juckt, spielen äußere und innere Einflüsse eine Rolle. Lesen Sie hier mehr über alltägliche und krankhafte Ursachen

Frau mit trockenem Blatt
Raue, blasse Haut: Fehlen Feuchtigkeit und Fette, wird die Haut trocken

Raue, blasse Haut: Fehlen Feuchtigkeit und Fette, wird die Haut trocken









Überblick: Trockene Haut und mögliche Ursachen

Im Gesicht erscheint trockene Haut oft müde und fahl. Manchmal zeigen sich dünne Schuppen und gerötete Stellen. Auf rauen Wangen entwickeln sich rasch feine Fältchen. Besonders leicht spannt und juckt die Haut auch an den Unterschenkeln über den Schienbeinen, an Füßen,Händen, Ellbogen und Unterarmen. Wenn der Haut anhaltend Fett und Feuchtigkeit fehlen, zieht sie sich pergamentartig zusammen. Erhält sie dann nicht ausreichend Schutz und Pflege, kann sie sich vermehrt schuppen, rissig werden und sich entzünden.
Menschen, die zu trockener Haut neigen, bringen meist die Anlage dafür mit. Aber viele verstärken diese Tendenz noch durch ihren Lebensstil und falsche Pflegegewohnheiten. Äußere Einflüsse wie Kälte, Hitze, Sonne und Wasser sowie Reizstoffe spielen eine wesentliche Rolle, wenn die Haut anfängt zu spannen und zu ziehen. Von innen her wirken Flüssigkeitsmangel, einseitige Ernährung, Hormonschwankungen und nicht zuletzt die Psyche auf den Hautzustand. Außerdem wird die Haut imAlter natürlicherweise trockener (siehe Abschnitt „Was die Haut austrocknet“).
Ausgeprägte Hauttrockenheit zeigt manchmal einen bedrohlichenFlüssigkeitsverlust im Körper an. Sie kann auch Teil einer bestimmten Krankheit sein. Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Kontaktekzeme, Schuppenflechte oder sogenannte Ichthyosen stehen dabei im Vordergrund. Einige Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes mellitus, kommen ebenfalls als Verursacher infrage. Weitere Auslöser sind mitunter bestimmtepsychische Erkrankungen, etwa Zwangsstörungen, die mit Wasch- oder Putzzwang verbunden sind. In der Regel geben aber bei krankhaften Ursachen zusätzliche Symptome die entscheidenden Hinweise (siehe Abschnitt „Mögliche krankhafte Ursachen für trockene Haut“).

Wie kommt es zu trockener Haut?

In gesunder, geschmeidiger Haut fühlen wir uns wohl und gut aufgehoben. Trockene Haut löst Unbehagen oft am ganzen Körper aus. Das äußere Spannungsgefühl setzt sich leicht nach innen fort. Wer häufig gereizte, trockene, juckende Haut hat, reagiert bisweilen nervöser und empfindsamer als jemand mit „dicker“ Haut. Trockene Haut ist in der Tat dünner.

Querschnitt durch die Haut
So ist die Haut aufgebaut. Ein Klick auf die Lupe zeigt Ihnen die ganze Grafik

So ist die Haut aufgebaut. Ein Klick auf die Lupe zeigt Ihnen die ganze Grafik
Die Haut, mithin das größte Organ des Menschen, bildet die Barriere zwischen Umwelt und Körperinnerem. Sie puffert äußere Einflüsse ab, schützt den Körper vor Licht, Wasser, Schadstoffen und Keimen. Über Fühler in der Haut erspürt der Tastsinn Berührungen und Druck. Sinneszellen und Nerven nehmen Schmerz- und Temperaturreize auf, filtern sie und leiten sie nach innen. Die Haut regelt den Austausch von Wärme sowie die Abgabe von Schweiß und anderen Substanzen nach außen. Aufgebaut ist unsere Schutzhülle in drei Schichten. Die oberste Lage ist die mehrschichtige Oberhaut, unter anderem mit der Hornschicht (siehe Grafik). Als Barriere ist die Haut in der Lage, Wasser und Fettstoffe zu binden. Derart gut gepolstert bleibt die Haut insgesamt elastisch und trocknet nicht aus. Sie kann ihre Schutzfunktion erfüllen.
Die Barriere bröckelt, wenn die Haut Feuchtigkeit und Fette (Lipide) verliert und nicht mehr fähig ist, den Verlust auszugleichen. Dann trocknet die Haut aus. Um das zu verhindern, gibt der Körper normalerweise Flüssigkeit an die Oberhaut ab. Deshalb ist es zum Beispiel wichtig, ausreichend zu trinken. Zum anderen leiten die beiden unteren Hautschichten Lipide nach oben. Schließlich produzieren die in der Haut angelegten Talgdrüsen ein Fettgemisch, das die Hautoberfläche mit einem schützenden Film überzieht.
Bildet die Haut zu wenig Fett, sprechen Mediziner von Sebostase. Im Gegensatz dazu bezeichnet der Fachbegriff Seborrhö eine übermäßige Talgproduktion. Der allgemeine Fachausdruck für trockene Haut lautet Xerodermie.
Je älter die Haut wird, umso weniger kann sie Feuchtigkeit speichern und Fette bilden. Unsere Schutzhülle wird im Laufe des Lebens dünner und brüchiger. Äußere sowie innere Einflüsse können ein von Natur aus eher trockenes Hautbild noch verstärken und die Hautbarriere angreifen (siehe den folgenden Abschnitt „Was die Haut austrocknet“).
Bestimmte Krankheiten sowie die Nebenwirkungen einiger Medikamente beeinflussen mitunter das Gleichgewicht zwischen Feuchtigkeit und Fetten in der Haut (siehe dazu unten „Mögliche krankhafte Ursachen für trockene Haut“).

Was die Haut austrocknet


Wind und kalte Luft im Gesicht, das führt oft zu trockener Haut
Wind und Kälte können die Haut austrocknen

Wind und Kälte können die Haut austrocknen
Einflüsse von außen
  • Wind und Wetter: Sowohl bei Kälte wie beiHitze gibt die Haut vermehrt Feuchtigkeit ab. Ist zudem die Luftfeuchtigkeit geringer, trocknet sie schneller aus. Wind und Staub tragen den schützenden Fettfilm ab. Wenn es heiß ist, verliert die Haut durch vermehrtes Schwitzen weiter an Flüssigkeit. 
    Besonders setzt der Haut im Winter ein Wechsel zwischen trockener Heizungsluft in den Räumen und Kälte draußen zu. Zudem verengen sich bei sehr niedrigen Temperaturen Blutgefäße. Die Haut ist dann schlechter durchblutet und erhält weniger Nährstoffe. Das mindert ihre Schutzfunktion zusätzlich. Kälte kann ähnlich wie Sonne die Haut „verbrennen“.
  • Sonneneinstrahlung: Einerseits nutzt die Haut das Sonnenlicht, um mit seiner Hilfe Vitamin D zu bilden (siehe unten „Vitamin-D-Mangel“). Ist die Haut jedoch länger und intensiv der Sonne ausgesetzt, fangen die betroffenen Partien an zu spannen, sie röten sich und können schmerzen. Die Barriere ist geschwächt, verliert Feuchtigkeit und Fette. Wirken die Sonnenstrahlen fortgesetzt ungehindert ein, schädigen sie die tieferen Hautschichten und lösenweitere Beschwerden aus, etwa Kopfschmerzen, Übelkeit, Kreislaufprobleme, Schwindel. Häufige Sonnenbrände setzen der Haut nachhaltig zu. Sie wird weniger elastisch und bildet frühzeitig Falten und Furchen. Außerdem erhöht sich das Risiko, in späteren Jahren an Hautkrebs zu erkranken, erheblich.

Schwimmerin, Hauttrockenheit: Häufiger Kontakt mit Wasser laugt die Haut aus
Wer viel schwimmt, hat häufig trockene Haut

Wer viel schwimmt, hat häufig trockene Haut
  • Wasser: Auch hier gilt es, ein Zuviel zu vermeiden. Sauberes Wasser reinigt unsere Schutzhülle und hilft ihr damit, sich von schädlichen Substanzen zu befreien, abgestorbene Hautpartikel zu entfernen und sich zu erneuern. Wasser kann die Haut aber auch auslaugen, ihr Fette und Feuchtigkeit entziehen. Wer zu lange im Badewasser ohne rückfettende Zusätze gelegen hat, spürt, wie die Haut danach spannt. Finger und Zehen wirken schrumpelig und wie aufgeweicht, die Zehenzwischenräume und Nägel sind anfälliger für Pilzbefall. 
    Sportschwimmer, die sich viel im Wasser aufhalten, noch dazu in gechlortem, haben häufiger mit Hautproblemen zu tun. Die ausgetrocknete, gerötete Haut entzündet sich leicht, vor allem wenn der Sportler schon von Natur aus eine eher trockene und empfindliche Haut hat.
  • Mangelnde oder übertriebene Körperpflege und Kosmetik: Trockene Haut will gepflegt sein. Da sie empfindlicher auf Licht, Wetter und äußere Einflüsse reagiert, benötigt sie mehr Schutz und intensiveren Nachschub an Fett, aber vor allem an Feuchtigkeit als zum Beispiel fettige Haut. Mildes Reinigen mit geeigneten Produkten und die passenden Cremes helfen ihr, geschmeidig zu bleiben. 
    Übertriebenes Waschen und heftiges Rubbeln greifen die Haut an. Gewöhnliche Seifen oder entfettende Waschgels verstärken die Trockenheitsprobleme noch. Auch häufige Peelings verträgt trockene Haut nicht gut, da ihre Hornschicht dünner und nicht so robust ist. Duftstoffe und Konservierungsmittel in Kosmetikprodukten reizen die empfindliche Haut zusätzlich. Sie kann allergisch reagieren. Rötungen und entzündliche Stellen sind die Folge (siehe unten Abschnitt „Therapie“).
  • Kleidung: Eng sitzende Kleidungsstücke lassen die Haut oft zu wenig atmen. Zudem schwitzt sie stärker. Trockene Haut schuppt und juckt dann vermehrt. Auch raue Stoffe oder chemische Zusätze in den Materialien setzen gereizter Haut zu.
  • Putzmittel, Schadstoffe: Im Alltag hantieren wir häufig mit unterschiedlichen chemischen Substanzen, die bei direktem und wiederholtem Kontakt die Haut angreifen können. Reinigungs- und Waschmittel, Farben, Lacke, Lösungsmittel gehören dazu. Deshalb ist es wichtig, gefährdete Hautbereiche mit entsprechender Kleidung zu schützen, um Kontaktekzeme und andere entzündliche Reaktionen zu vermeiden (siehe Abschnitt „Mögliche krankhafte Ursachen“). Das gilt insbesondere für Menschen, die beruflich ständig mit Reizstoffen umgehen.

Übermäßiges Schwitzen kann zu trockener Haut führen
Heftiges Schwitzen entzieht der Haut Flüssigkeit. Sie wird trockener

Heftiges Schwitzen entzieht der Haut Flüssigkeit. Sie wird trockener
Einflüsse von innen
  • Schwitzen: Übermäßiges Schwitzen, etwa beim Sport oder bei hochsommerlichen Temperaturen, ist eine wesentliche Maßnahme des Körpers, um den Wärmehaushalt auszugleichen. Dadurch gehen jedoch kurzfristig Flüssigkeit und Salze verloren. Die Haut zeigt spürbar den Mangel an. Sie ist gerötet, spannt und wird faltig. Durch Trinken, etwa vor oder nach dem Sport, gleichen wir den Verlust wieder aus. Den Schweißfilm gilt es abzuwaschen. Feuchtigkeitshaltige Cremes und Lotionen lindern danach von außen die Trockenheitszeichen.
  • Zu wenig trinken: Die Haut ist auf einen ausgeglichenen Wasserhaushalt im Körper angewiesen. Sie braucht regelmäßigen Nachschub für die Flüssigkeit, die sie nach außen wie innen abgibt oder verliert. Wer über längere Phasen zu wenig trinkt, sein Durstgefühl unterdrückt, etwa in Stresszeiten, nimmt der Haut ihr Feuchtigkeitspolster. Sie wirkt fahl, wird rau und spannt. Vor allem ältere Menschen nehmen oft nicht genügend Flüssigkeit zu sich, da das Durstgefühl sich mit den Jahren verringert. Dadurch verliert die ohnehin schon trockenere Haut noch mehr an Feuchtigkeit.
  • Rauchen: Oft verrät die Haut den Raucher. So wirkt die Gesichtshaut bei vielen Rauchern blass, trocken und grau. Sie zeigt frühzeitig feine Falten. Das Risiko für Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, die mit trockener Haut einhergeht, ist erhöht (siehe unten). Andererseits führt Tabakkonsum auch häufig zu ausgeprägterAkne. Verantwortlich dafür sind Nikotin und Giftstoffe im Tabakrauch. Sie greifen Gefäße und Gewebe der Haut an. Die Haut wird schlechter durchblutet, elastische und stützende Fasern gehen zugrunde. Das Zusammenspiel von Drüsen, Nerven und Sinneszellen wird teilweise empfindlich gestört.
  • Alkohol: Alkoholmissbrauch schädigt Organe und Nerven in vielfacher Hinsicht. Alkohol verteilt sich über das Blut rasch im Körper. Einen kleinen Teil baut der Organismus zudem über die Schweißdrüsen und damit über die Haut ab. Wer Alkohol trinkt, schwitzt stärker. Allein dadurch trocknet die Haut leichter aus. Zudem fehlen wegen Mangelernährung häufig Vitamine und Mineralstoffe. Das wirkt sich unter anderem auch auf die Hautgesundheit aus. Genauere Informationen zu Alkohol, seiner Wirkung und zu den langfristigen Schäden liefert der Ratgeber „Alkoholabhängigkeit“.
  • Stress, seelische Belastungen: Dass die Haut der Spiegel der Seele ist, kennen viele aus eigener Beobachtung. Glückliche, entspannte Lebensphasen beflügeln, ebenso wie positiver Stress, und lassen die Haut frisch und rosig erscheinen. Kehrt sich befriedigende Aktivität in negative Daueranspannung um, leidet die Haut sichtbar mit. Sie wird blass und fahl, spannt, schuppt und juckt. Manchmal zeigen sich gerötete und entzündete Stellen. 
    Anhaltende Belastungen, depressive Verstimmtheit, Ängstlichkeit beeinflussen über Hormone und Nerven unsere empfindliche Schutzhülle. Der Flüssigkeitshaushalt und die Drüsenfunktionen können spürbar durcheinandergeraten. Pickel oder trockene Haut sind beispielsweise unterschiedliche Zeichen dafür (siehe auch weiter unten „Psychische Erkrankungen“).
  • Lebensalter, hormonelle Veränderungen: VerschiedeneHormone, darunter die Geschlechtshormone, beeinflussen auch den Hautzustand. Insbesondere Frauen erleben es, dass sich ihr Hauttyp im Laufe ihres Lebens verändert. So kann die Haut in der Pubertät noch eher fettig sein. Sie normalisiert sich dann später, etwa unter Einnahme eines Verhütungsmittels oder während derSchwangerschaft und Stillzeit. In den Wechseljahren schließlich neigt die Haut oft deutlich zu Trockenheit. Hormonumstellung und natürlicher Alterungsprozess wirken zusammen. Aber auch Männer haben in jungen Jahren oft mit verstärkter Talgproduktion zu tun, im Alter nehmen Fett- und Feuchtigkeitsgehalt der Haut dann spür- und sichtbar ab.
Ungünstige äußere und innere Einflüsse können trockener Haut derart zusetzen, dass sie erkrankt. Neben bestimmten Hautkrankheiten gehen zudem einige innere Erkrankungen mit ausgeprägter Hauttrockenheit einher.

Wann zum Arzt?


Trockene Haut, die Ärztin sieht sich die trockenen Hautstellen an
Die Ärztin begutachtet trockene Hautstellen am Ellbogen

Die Ärztin begutachtet trockene Hautstellen am Ellbogen
Wenn Sie von Natur aus zu trockener Haut neigen, helfen oft ein gewissenhafter Hautschutz und auf den Hauttyp abgestimmte Pflegeprodukte (siehe auch Abschnitt "Therapie"). Manchmal genügt es, die Pflegegewohnheiten zu verändern, andere Kosmetika zu wählen, mehr zu trinken und sich ausgewogener zu ernähren, um den Hautzustand zu verbessern.
Sprechen Sie aber immer mit Ihrem Arzt, wenn
  • Sie unter anhaltend trockener Haut leiden, die auch nach dem Eincremen schon bald wieder unangenehm spannt,
  • Sie zunächst wenig Hautprobleme hatten, Ihre Haut aber in der letzten Zeit zunehmend trockener wurde,
  • sich an unterschiedlichen Körperpartien sichtbar trockene, schuppende Hautstellen entwickeln,
  • die trockene Haut zudem juckt oder gar schmerzt,
  • die Haut stellenweise gerötet oder entzündet ist, sich Quaddeln, Pusteln oder andere Formen eines Hautausschlags bilden,
  • die Haut sich verändert hat, seit Sie ein neues Medikament einnehmen.
Der Arzt ist zudem gefragt, wenn zu Hauttrockenheit noch weitere Beschwerden kommen, wie
  • Haarausfall, Veränderungen an den Nägeln,
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen,
  • deutliche Gewichtsabnahme oder Gewichtszunahme, gesteigerter oder verminderter Appetit,
  • starker Durst, häufiges Wasserlassen,
  • innere Unruhe, Ängste, niedergeschlagene Stimmung und/oder der Drang, ständig putzen oder sich waschen zu müssen.
In der Regel begutachtet zunächst der Hausarzt die Haut und erfasst zusätzliche Symptome. Je nach Verdacht zieht er einen Hautarzt (Dermatologen) oder einen Facharzt für innere Erkrankungen (Internist) hinzu. Ergeben sich Hinweise auf eine psychische Problematik, übernehmen meist ein Psychiater oder Psychotherapeut die weitere Diagnose und die Behandlung.

Mögliche krankhafte Ursachen für trockene Haut

Hautkrankheiten, die mit trockener Haut einhergehen

Neurodermitits am Arm
Neurodermitis: Trockene Haut und geröteter Hautausschlag – hier an der Ellbeuge

Neurodermitis: Trockene Haut und geröteter Hautausschlag – hier an der Ellbeuge
  • Neurodermitis, atopische Dermatitis: Diese durch erbliche Anlagen sowie durch Umwelteinflüsse bedingte Hautkrankheit bricht meist im Kindesalter aus. Viele Betroffene haben dann als Erwachsene deutlich geringere oder gar keine Beschwerden mehr. Manche erkranken allerdings auch erst in mittleren und höheren Lebensjahren. 
    Symptome
    : Die Haut ist insgesamt, stellenweise aber extrem trocken und juckt häufig stark. Durch Kratzen entstehen offene Hautpartien, die sich leicht entzünden. Typisch sind schuppende Hautauschläge mit Knötchen im Gesicht, am Hals, an den Ellbeugen und Kniekehlen und später auch am Oberkörper. Bestimmte Faktoren, wie trockene, staubige Luft, allergieauslösende Nahrungsmittel oder Stress, verschlimmern die Beschwerden.
     
    Lesen Sie mehr über Ursachen, Krankheitszeichen, Diagnose und Therapiemöglichkeiten im Ratgeber „Neurodermitis (atopische Dermatitis)“.
  • Kontaktekzeme: Ekzeme sind Hautausschläge, die manchmal auf eher fettiger Haut (seborrhoisches Ekzem), oft jedoch auf trockener Haut entstehen. Sie sind Ausdruck für unterschiedliche Hautprobleme (siehe dazu den Ratgeber „Hautausschlag“). Trockene Haut ist allgemein anfälliger für Kontaktekzeme. Da hier die Hautbarriere häufig durchlässiger ist, reagiert trockene Haut auch empfindlicher, wenn sie mit Reizstoffen in Berührung kommt. Ein akutes Kontaktekzem kann zum Beispiel nach wiederholtem Einwirken von allergieauslösenden Substanzen wie Nickel, Konservierungsstoffen, Latex, Reinigungsmitteln auftreten. Zum einen ist trockene Haut also die Basis, auf der sich Ekzeme entwickeln können, zum anderen trocknet die Haut an den erkrankten Partien noch stärker aus. 
    Symptome bei allergischen Kontaktekzemen: Typischerweise röten sich die betroffenen Hautstellen, etwa an den Händen. Sie jucken oft. Es bilden sich Knötchen oder Bläschen. 
    Ist die Haut anhaltend Reizen ausgesetzt, können die Hautveränderungen chronisch werden. Chronische Ekzemekommen auch bei Neurodermitis vor (siehe oben), ebenso bei Austrocknungserscheinungen, wenn der Körper zu viel Flüssigkeit verliert (siehe unten). Die Haut an den erkrankten Partien ist dann trocken, schuppig, verkrustet, verdickt und oft entzündet.

Schuppenflechte
Schuppenflechte: Entzündete Hautstelle am Ellbogen

Schuppenflechte: Entzündete Hautstelle am Ellbogen
  • Schuppenflechte (Psoriasis): Weißliche Schuppen auf geröteten, vielfach entzündeten Hautbereichen kennzeichnen die chronisch-entzündliche Erkrankung. Die Schuppenflechte ist nicht ansteckend. Eine familiäre Veranlagung spielt häufig eine Rolle. 
    Symptome: Die Haut ist oft trocken und juckt. Die silbrigen Schuppenherde treten vor allem an Ellbogen, Knie, Streckseiten der Arme und Beine, im Lendenbereich und am Kopf auf. Die Erkrankung verläuft in Schüben. Mitunter erfasst sie auch Nägel, Handflächen und Fußsohlen sowie die Mundschleimhaut. Darüber hinaus können, je nach Form und Verlauf, unterschiedliche Gelenke erkranken. 
    Ausführliche Informationen erhalten Sie im Ratgeber „Schuppenflechte (Psoriasis)“.

Symptome der Ichthyose - Fischschuppenkrankheit
Ichthyose: Weißliche Schuppen am Handrücken

Ichthyose: Weißliche Schuppen am Handrücken
  • Ichthyosen: Im Volksmund wird diese Gruppe von Erbkrankheiten auchFischschuppenkrankheit genannt. Sie betrifft die oberste Schicht, die Hornhaut. Die beständige Erneuerung der Haut läuft nicht geregelt ab. Es bilden sich zum Teil festsitzende, trockene Schuppen. Die Talg- und oft auch die Schweißproduktion sind gestört. Da die Hautbarriere nicht intakt ist, neigen die Erkrankten außerdem zu Kontaktekzemen und Entzündungen. Je nach Krankheitstyp zeigen sich die Symptome schon im Säuglings- oder Kindesalter. Die Ichtyosis vulgaris ist die häufigste Form. 
    Symptome: Vor allem auf den Streckseiten der Beine und Arme, aber nicht an den Beugen, schuppt sich die Haut trocken und pulverartig. Die Schuppen können weißlich bis gräulich oder dunkel-bräunlich und unterschiedlich groß sein. Bei einigen Krankheitsbildern sitzen sie fest und werden teilweise brüchig. Einige Stellen verhornen stärker. Typisch für die Ichtyosis vulgaris sind zudem weichlich verdickte Fußsohlen und Handflächen mit ausgeprägten Linien. Die Beschwerden bessern sich häufig bei sommerlichen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit.
  • Mundrose (periorale Dermatitis): Aufgrund zu intensiver Gesichtsreinigung und Pflege mit ungeeigneten Kosmetika erkrankt die Gesichtshaut. In erster Linie sind Frauen in den mittleren Lebensjahren betroffen. Auch kortisonhaltige Cremes kommen als Auslöser infrage. 
    Symptome: Kennzeichnend sind Hautausschläge um den Mund und an den Falten, die von der Nase zum Mund führen. Nur ein kleiner Rand unmittelbar um die Lippen bleibt frei. Die Haut ist trocken und gerötet. Sie spannt, schuppt und juckt. Der Ausschlag erfasst mitunter das weitere Partien von Gesicht und Hals. 
    Lesen Sie mehr zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapie imRatgeber „Mundrose (periorale Dermatitis)“.
Trockene Haut und eine gestörte Hautbarriere sind Teil weiterer, meist seltener Hautkrankheiten. Ein Beispiel ist die durch extreme Lichtempfindlichkeit gekennzeichnete Erbkrankheit Xeroderma pigmentosum (Mondscheinkrankheit, Lichtschrumpfhaut). Die Haut ist nicht mehr in der Lage, durch Tageslichteinwirkung entstandene Schäden zu reparieren. Sie ist ständig gerötet. Es bilden sich Pigmentflecke, offene entzündete Stellen, Geschwüre und schließlich Hauttumore (siehe dazu im Ratgeber „Spinaliom (Heller Hautkrebs) – Kapitel: Ursachen und Risikofaktoren“).
Stoffwechselerkrankungen und Hormonstörungen, die zu trockener Haut führen

Frau trinkt Tee
Damit der Körper nicht austrocknet: ausreichend trinken bei Durchfall und Fieber

Damit der Körper nicht austrocknet: ausreichend trinken bei Durchfall und Fieber
  • Austrocknung (Dehydratation, Exsikkose): Der Körper kann austrocknen, wenn er mehr Flüssigkeit verliert als er aufnimmt. Gefährdet sind Menschen, die nicht ausreichend trinken. Ein Grund dafür kann ein gestörtes Durstgefühl sein, etwa im höheren Lebensalter. Auch wer viel schwitzt,Durchfall oder Fieber hat und seine Trinkmenge dem Flüssigkeitsverlust nicht anpasst, droht zu dehydrieren. Weitere Ursachen können hormonelle Erkrankungen sein, etwa Diabetes insipidus, oder Stoffwechselentgleisungen bei Diabetes mellitus (diabetisches Koma). Missbräuchlich eingenommene wasserausscheidende Medikamente (Diuretika) oder abführende Mittel entziehen dem Körper ebenfalls zu viel Flüssigkeit. 
    Symptome: Zeichen für eine beginnende Austrocknung sind Schwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen. Die Haut wird zunehmend schlaff, spröder und lässt sich in Falten zusammenschieben, auch die Schleimhäute trocknen aus. Schwindel, Fieber und Benommenheit kommen dazu. Alarmierender Durst stellt sich oft erst spät ein (mehr dazu im Ratgeber „Vermehrter Durst“). Verwirrtheit, Krämpfe und Bewusstlosigkeit signalisieren einen Notfall. 
    Weitere Informationen gibt der Lexikontext „Dehydratation“.
  • Schilddrüsenunterfunktion: Die Schilddrüse produziert Hormone, die für viele Abläufe im Körper äußerst wichtig sind. Sie tragen entscheidend dazu bei, dass der Energiestoffwechsel in den einzelnen Zellen funktioniert und Nervenaktivitäten im Gehirn geregelt ablaufen. Die Schilddrüsenhormone wirken unter anderem auf die Verdauung, das Herz-Kreislaufsystem, die Psyche, auf den Zustand von Haut, Haaren und Nägeln. 
    Symptome: Trockene Haut ist ganz typisch für eine Unterfunktion der Schilddrüse. Bildet das kleine schmetterlingsförmige Organ unter dem Kehlkopf zu wenige Hormone, verändert sich auch das Hautbild. Die Haut erscheint blass und teigig, vor allem im Gesicht, an Händen, Füßen und Unterschenkeln. Sie schuppt häufig. Auch die Haare werden trocken und brüchig. Manchmal fallen sie büschelweise aus. 
    Welche Symptome noch auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen, welche Ursachen, Diagnosemöglichkeiten und Therapien es gibt, darüber informiert der Ratgeber „Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)“.

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